Infos zum ATSV

Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Gründung, Aufbau und Verbot

Als im Jahre 1903 in der Brauerei Schindler von einigen Sportidealisten der ATSV Forchheim gegründet wurde, dachte niemand daran, dass jemals ein eigenes Sportheim geschaffen werden könnte. Viele Jahre waren Turnen und Leichtathletik die Hauptsparten des ATSV. Der erste Turnrat setzte sich aus elf Mitgliedern zusammen, dem u.a. Fritz Keil, Josef Karl, Jakob Dötzer, Theo Kramer, Heinrich Thiem, Leo Kratzel angehörten.

Für die wöchentlichen Übungsstunden stellte die Brauerei Schindler einen Saal zur Verfügung. In den folgenden Jahren entwickelte sich im ATSV ein reger Turnbetrieb. Außer den aktiven Turnern waren auch Schüler- und Jugendgruppen vorhanden, die regelmäßig an Turnfesten der näheren und weiteren Umgebung, sogar in Leipzig teilnahmen. Gar manche beachtliche Erfolge wurden dabei erzielt.

Aus den aktiven Turnern heraus entstand eine artistische Gruppe, die mit Bodenakrobatik und am Trapez Spitzenleistungen zeigte. Auch sonst war das Vereinsleben sehr rege. Bunte Abende, Faschingsveranstaltungen, Kellerfeste in Verbindung mit dem Rad- und Kraftfahrerverein, dem Gesangverein Liederkranz und dem Athletenclub wurden veranstaltet und fanden immer wieder großen Anklang. Vom ATSV zeigten besonders der Pfeffermanns Wolfer und Grimms Lenz großes artistisches Können am Trapez, während dessen Bruder Andreas Grimm eine regelrechte Artistenschule aus sportbegeisterten Jugendlichen aufbaute, deren akrobatisches Können immer wieder große Bewunderung hervorrief.

Im Laufe der Jahre mussten immer wieder Lokalwechsel vorgenommen werden. Schon im Jahre 1904 wurde das Vereinslokal in die damalige Gastwirtschaft Marx verlegt. In den folgenden Jahren wurde das Domizil des ATSV die Gastwirtschaften Feiler und Herchet, dann spielte sich das Vereinsleben im Manger’schen Saal ab, später in der Gastwirtschafte „Unter den Linden" und im „Kronengarten". Die wöchentlichen Turnstunden fanden in dieser Zeit auch teilweise in der Aula des damaligen Progymnasiums statt. Für größere turnerische Veranstaltungen hatte die Stadt Forchheim eine Wiese an der Regnitzbrücke zur Verfügung gestellt.

Im Jahre 1914 wurde dem ATSV erstmals eine Fußballabteilung angegliedert, die sich aber in den folgenden Kriegsjahren nicht recht entwickeln konnte. Anfang 1919 wurde der spätere Vorstand und Ehrenvorstand Georg Erlwein zum Spielleiter gewählt und bald waren die Rückschläge der Kriegsjahre überwunden. Innerhalb der Kreise Ober- und Mittelfranken spielte sich der ATSV bis in die höchsten Klassen vor.

Zum Fußballspielen stand mehreren Vereinen der städtische Platz an der Regnitzbrücke zur Verfügung. Zu den Auswärtsspielen nach Erlangen, Herzogenaurach und sogar nach Fürth fuhren die Fußballer oftmals mit Fahrrädern, denn das Geld in der Vereinskasse war knapp und Autofahren war damals noch nicht aktuell.

Im Jahre 1923 wurde der Grundstock für eine Vereinsfahne gelegt. Die Mittel hierzu sollten durch Spenden der Mitglieder aufgebracht werden. Aber erst vier Jahre später war die Kaufsumme für die Fahne aufgebracht worden. Interessant war in diesem Jahr der Mitgliederbeitrag, der kurz vor der Währungsreform 50.000,-- Reichsmark betrug. Allein als Aufnahmegebühr mussten 30.000,-- RM bezahlt werden.

In den folgenden Jahren herrschte in allen Sportarten reger Betrieb. Turnen und Leichtathletik, Fußball und Schach standen in voller Blüte. Die Krönung ihres turnerischen Schaffens erlebten die ATSV-Sportler durch die Teilnahme an der Arbeiter-Olympiade 1931 in Wien, während eine Abordnung der Schachabteilung an den deutschen Meisterschaftskämpfen 1929 in Stuttgart teilnahm.

1925 fanden erstmals Verhandlungen mit der Stadt Forchheim wegen des Erwerbs eines Sportplatzes statt. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde die ca. 12.000 qm große Fläche am Gründelbach Eigentum des ATSV.

Gemeinschaftsgeist und Idealismus zeigten die ATSV-Sportler, als sie in freiwilliger Arbeitsleistung den Platz bespielbar machten. Sie legten Gleisanlagen und fuhren auf Rollwagen viele Kubikmetern Erde heran, um die Unebenheiten auszugleichen.

Bereits am 2. und 3. Juli 1927 konnte die Platzeinweihung und die Fahnenenthüllung in festlicher Weise begangen werden.

1931/32 wurde ein Holzhaus auf dem ATSV-Platz errichtet. Dieses diente viele Jahre als Aufenthalts- und Umkleideraum für die Sportler.

Wohl der härteste Schlag in der Geschichte des ATSV war 1933 die Zwangsauflösung des Vereins, die Enteignung des Sportplatzes und die Einziehung des Vereinsvermögens.

Neubeginn, Aufwärtsentwicklung und Sportheim

Erst im Jahre 1946 gelang die Wiedergründung des ATSV, für die sich maßgeblich Fritz Hoffmann, Alfred Hintzen, Georg Hüller, Josef Keil, Simon Kreppelt und Fritz Ruckdeschel einsetzten.

Zur Gründungsversammlung waren 48 ehemalige Mitglieder gekommen. die Vorstandschaft setzte sich zumsammen aus dem 1. Vorstand Willi Zeschmann, 2. Vorstand Karl Ziegler, Kassier Georg Erlwein, Schriftführer Alfred Hintzen. Die Aufnahme des Sportbetriebes war jedoch durch langwierige Rückgabeverhandlungen und die Spielbarmachung des Platzes erst Mitte des Jahres 1948 möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Holzhaus auf dem ATSV-Platz durch das Wohnungsamt beschlagnahmt und an eine alleinstehende Frau vermietet.

Unter der Spielleitung von Georg Erlwein hatte die Fußballabteilung wieder mit dem Sportbetrieb begonnen. Doch bald erwies es sich, dass der bisherige Umkleideraum und auch der während des Krieges errichtete Steinbunker den Anforderungen des Sportbetriebes nicht mehr genügte. Die im Jahre 1955 aufgenommenen Verhandlungen für den Bau eines Sportheimes, zu dem bereits Pläne vorlagen und zum großen Teil auch finanziert waren, schlugen fehl.

Erst 1966 wurde die Angelegenheit konkreter. Innerhalb der Vorstandschaft fanden eine Reihe von Vorbesprechungen statt, wobei alle Möglichkeiten der Finanzierung in Betracht gezogen wurden.

In der Generalversammlung vom 7. Januar 1967 wurde das Bauprojekt durch die damalige Vorstandschaft, Grimm, Wiemann, Olschewski und Glass zum ersten mal der Mitgliederschaft vorgetragen. Nach einer längeren Debatte kam es zu folgender Abstimmung:

Von 31 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten 24 dafür und 6 Mitglieder dagegen; 1 Mitglied hatte sich der Stimme enthalten.

Damit waren die Würfel gefallen! Der Sportheimbau war durch die Generalversammlung genehmigt. Spontan spendeten zwei alte ATSV-Anhänger Hans Wichs 50 DM und Fritz Stephan 10 DM als ersten Grundstock für das Sportheim. Als Sprecher der aktiven Sportler versicherte Konrad Dittrich deren Bereitschaft, in freiwilligem Arbeitseinsatz den gesamten Rohbau zu erstellen. An dieser Stelle darf schon voraus gesagt werden, dass ein ehemaliger ATSV-Sportler, der vor Jahren aus Forchheim verzog, kurz nach der Fertigstellung das ATSV-Sportheim aufsuchte und dabei bare 500 DM als seinen Anteil der Vorstandschaft übergab. Auf eigenen Wunsch sollte sein Name nicht in der Öffentlichkeit genannt werden.

Langwierige Verhandlungen begannen erstmals in der Wohnung von Franz Glass. Eine Forchheimer Brauerei hat nach vorheriger Zusage der Teilfinanzierung plötzlich ihr Angebot zurückgezogen. Dagegen standen die Verhandlungen mit der Familie Hubmann aus Herzogenaurach und deren Beauftragten Herrn A. Walther auf einer gegenseitigen Vertrauensbasis schon von Anfang an. Und so kam nach kurzer Zeit ein Vertrag zustande, der in seiner Großzügigkeit nicht überboten werden konnte.

Dann begann innerhalb der Vorstandschaft und der Bauleitung in einer Unzahl von Beratungen, Besprechungen und Sitzungen die Vorplanung des zu erstellenden Sportheims. Sportfreund Otto Mende ließ in einem Entwurfsplan das künftige Sportheim bereits auf dem Papier entstehen. Eberhard Buhl, ein Mitglied unserer Schachabteilung, der auch die Bauleitung inne hatte, übernahm den Plan, fertigte die statischen Berechnungen und machte ihn einreichfertig für das Stadtbauamt. Ohne Beanstandung wurde der Bauplan genehmigt.

Am 4. Juli 1967 erfolgte der erste Spatenstich, am 12. August 1967 fand das Richtfest statt. Das waren wohl denkwürdige Tage in der Geschichte des ATSV. Ein langgehegter Wunschtraum ging in Erfüllung.

Die Weihnachtsfeier 1967 konnte bereits im eigenen Sportheim abgehalten werden.

In knapp sechs Monaten – jedoch nur nach Feierabend und an den Samstagen, bauten die ATSV-Sportler ihr Heim auf. In den heißen Sommermonaten, während der kühlen Herbsttage und bei Kälte und Frost waren sie unermüdlich tätig und haben in vielen unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden den Bau fertiggestellt.

Ob es nun unsere beiden Vereinsmaurer waren, der Dittrich’s Kunner und der Brunnqual’s Herbert oder der Hannweber’s Heinz an der Mischmaschine oder die anderen Sportler, die als Hilfsarbeiter unermüdlich Steine und Material schleppten, an der Spitze der 1. Vorsitzende Robert Grimm, sie alle arbeiteten begeistert mit, so oft und wann immer es ihre Zeit erlaubte.

Und wenn auch manchmal die Sitten etwas rau wurden – wie dies am Bau ja so üblich ist – wenn der Kunner schrie „Heinz, Mörtel rauf!!!" und er Heinz zurück schrie „Kunner, geh runter, du konnst mich ....!!!" – das festigte erst recht die verschworene Gemeinschaft der Sportler.

Nicht zuletzt sei aber auch unser verantwortlicher Bauleiter Eberhard Buhl genannt, der ebenfalls freiwillig Freizeit opferte und sich sichtlich freute, wenn der Bau von Woche zu Woche in die Höhe wuchs. Durch seine besten Fachkräfte – Oberpolier, Polier, Vorarbeiter – ließ er an Samstagen in der Werkshalle seiner Firma K. Kengelbach die riesigen Dachbinder anfertigen, zum Sportplatz transportieren und dort aufrichten. Es ist bezeichnend, wenn bei der Hebefeier Herr Stadtrat Hans

Kengelbach schmunzelnd sagte: „Jetzt sehe ich endlich wieder einmal meine Zimmererleute alle beisammen!"

Nicht vergessen soll auch die unsichtbare, aber ebenfalls wichtige Mithilfe von Schorsch Hüller sein, der sehr oft bei Verhandlungen mit den Behörden oder Firmen eingeschaltet werden musste, der telefonisch manches schnell regelte und manche unüberwindlich scheinende Klippe aus dem Weg räumte.

Nach der Fertigstellung des Rohbaues kam dann die Arbeit unseres Heiner Abwandner, der für die Wasserinstallation und für die Einrichtung des Duschraumes zuständig war.

Bei Scheinwerferlicht nahm der Grimm’s Burkard die Anbringung der Dachrinnen und Dachschlaufen vor, während Alwin Reck zusammen mit Helmut Stengel sämtliche Fenster anfertigte und einsetzte. Die Anfertigung von Steintreppen und Fensterbänken hatte Gregor Schubert übernommen und das Eisengeländer für die beiden Treppen sowie das Anbringen derselben an den beiden Aufgängen war das Werk von Werner Wagner.

Zur gleichen Zeit erfolgte der Spezialeinsatz unseres Weber’s Kunner, zur damaligen Zeit war er der älteste aktive Fußballer und Trainer des ATSV. Er war für die Anbringung der Deckenplatten zuständig, dem sich dann die umfangreiche Arbeit des Tapezierens anschloss. Die Elektroinstallation musste – den gesetzlichen Vorschriften entsprechend – an einen verantwortlichen Meister vergeben werden, doch das Anschließen der zahlreichen Beleuchtungskörper übernahm in uneigennütziger Weise Christian Thiem.

So arbeitete eine Hand in die andere. Durch die vielen verschiedenen Handwerksberufe innerhalb des Vereins konnte ein enormer Arbeitslohn eingespart werden.

Es wurde aber auch der glücklichste Zeitpunkt zum Bau des Sportheims erfasst. Denn vier Punkte waren es, die zusammenstimmten und wenn nur einer davon ausgefallen wäre, hätte das Sportheim nicht gebaut werden können.

Punkt 1: Die großzügige Unterstützung seitens der Brauerei Hubmann aus Herzogenaurach.

Punkt 2: Die Bauleitung, an der Spitze Eberhard Buhl, der viele Stunden auf dem Bau verbrachte und immer wieder Rat wusste, wenn es nicht mehr weiter gehen wollte. In diesem Zusammenhang wurde auch Herrn Hans Kengelbach gedankt, der mit kostenlos zur Verfügung gestellten Werkzeugen, Gerüst- und Schalmaterial ausgeholfen hatte.

Punkt 3: Die gesamte Vorstandschaft und

Punkt 4: die überwältigende Arbeitsleistung unserer Sportkameraden, die mit einem Ehrgeiz und nicht zu glaubender Ausdauer ihr in der Generalversammlung gegebenes Versprechen gehalten haben und allen Schwierigkeiten zum Trotz den Bau des Sportheimes begonnen und zu Ende geführt haben.

Mit dem Zuschuss der Brauerei Hubmann wurde der gesamte Rohbau erstellt. Als diese Summe verbaut war, wurden wir mit unserem Nachbarverein, der Spielvereinigung Jahn Forchheim, einig und verkauften für den Betrag von 10.000,-- DM das bis dahin verpachtete Teilstück der Aschenbahn.

Aber auch diese Summe ging durch Materialkäufe wieder zur Neige. Ein weiterer Glücksfall – und vielleicht der Wichtigste, die Stadt Forchheim gewährte überraschender Weise einen Zuschuss von ebenfalls 10.000,-- DM. Zu verdanken war dieser notwendige Zuschuss dem damaligen Oberbürgermeister Ritter v. Traitteur.

Der Bau konnte somit Schwierigkeiten zu Ende geführt werden. Und so stolz unsere alten Sportkameraden waren, als sie sich in den Jahren 1928 bis 1930 einen eigenen Sportplatz erwerben konnten umso stolzer konnten die Sportler des ATSV auf ihr stattliches Sportheim sein, welches sie mit ihrer Hände Arbeit geschafften hatten.

Am 31. August und 1. September 1968, unter der Schirmherrschaft von Schorsch Hüller wurde der Neubau mit einem sehr eindrucksvollen Programm und zahlreicher Prominenz mit Spiel, Sport und Unterhaltung eingeweiht.

Sportheim – Mittelpunkt des Vereinslebens

Die Vollendung des neuen Sportheims bedeutete nicht nur einen kaum noch genug einzuschätzenden Meilenstein in der Geschichte des Vereins, auch dessen Mitglieder konnten nunmehr endlich über eigene wie angemessene Versammlungs- und Gemeinschaftsräume verfügen. Ein Umstand sicherlich, der gerade für einen Sportverein von existenzieller Bedeutung war und noch heute ist.

Die gemütliche Gaststube und die notwendigen Funktionsräume geben noch heute dem Verein einen erforderlichen Mittelpunkt für Geselligkeit.

Traditionsgemäß bildet der Fußballsport auch beim ATSV die wichtigste Sparte und die größte Abteilung.

Natürlich ist es für einen kleinen Verein in einer Zeit, in der die Welt auch von König Fußball immer weniger Idealismus, sondern immer mehr mit Geld regiert wird, äußerst schwer, sich zu behaupten.

Im Jahre 1992 gelang der 1. Fußballmannschaft unter Trainer O. Baumann der Aufstieg in die B-Klasse, doch bereits in der nächsten Saison kam der Wiederabstieg in die C-Klasse.

Geblieben war wohl die Einsicht, dass eine größere Investition in auswärtige bzw. vereinsfremde Spieler sich schließlich nicht gelohnt hatte und darüber hinaus die finanziellen Verhältnisse des ATSV strapaziert wurden. Zudem hatte sich herausgestellt, dass auch die höhere Spielklasse keineswegs die erhofften Zuschauerzahlen erbrachte, die zur Abdeckung der entstandenen Mehrkosten notwendig gewesen wären.

Angesichts der Lage konnte für die fußballerische Zukunft des ATSV nur die altbewährte Devise gelten: Auf die eigenen Kräfte setzen und eine intensive wie attraktive Jugendarbeit betreiben.

1993 musste die 2. Fußballmannschaft und sogar die Fußballjugend wegen mangelnden Interesses beim Bayerischen Fußballverband abgemeldet werden. Die bewährten „Alten Herren" waren nun gezwungen, der 1. Mannschaft mit ihren Spielern auszuhelfen

Als Erfolg – trotz des personellen Engpasses im vergangenen Jahr – konnte man die AH-Fußballer des ATSV bezeichnen. Vor rund 25 Jahren gegründet, waren auch sie bisweilen einem recht wechselhaften Geschehen unterworfen, denn so manche der Alten „Haudegen" sind zwischenzeitlich verstorben oder mussten aus anderen Gründen die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängen.

Etwas jüngeren Datums, im Jahre 1976, ist die Gründung der ATSV-Damengymnastikgruppe unter der Leitung von Maria Gräz. Das erklärte Ziel der Gruppe war es, aktiv zu sein in einer ansonsten zu bewegungsarmen Zeit, die Geselligkeit zu pflegen, frei nach dem Motto: Im Verein ist Gymnastik und Sport am schönsten!

Als am schönsten wurde diese sportliche Betätigung wohl von allen anwesenden Mitgliedern und Gästen empfunden, wenn die ATSV-Damen bei Faschingsbällen des Vereins mit einstudierten Tänzen und Aufführungen regelmäßig für die Höhepunkte der Abende mit einer tollen Stimmung sorgten.

Auch sonst nahmen sich die Damen zur Auflockerung ihres straffen Trainingsprogramms immer wieder einiges vor, wobei sie dann allerdings lieber unter sich blieben.

Die maskierte Turnstunde zur Faschingszeit aber auch – je nach Jahreszeit – Radtouren in die Umgebung, Besuche im Freibad oder zünftige Grillfeste verschafften Frohsinn, gute Laune und vor allem ein enges Miteinander.

Ähnliches war von der seit 15 Jahren bestehenden Seniorengruppe des ATSV zu vermelden. Altverdiente Mitglieder wurden mit einem abwechslungsreichen Programm in das Vereinsleben eingebunden. Bei Kaffee und Kuchen traf man sich regelmäßig im Vereinsheim.

Angenehme Wanderungen, gemeinsame Gespräche – natürlich auch über alte Zeiten – waren die Betätigungsfelder der Senioren. Jedoch nicht nur ATSV-Mitglieder waren zu diesem aufgeschlossenen Kreis willkommen, sondern jede und jeder, der auch noch im fortgeschrittenen Alter Spaß am Vereinsleben verspürte.

Leider, und dies war wirklich schade, wurde im Jahre 1992 die einstige Renommierabteilung des Vereins, die Schachgruppe, zum allgemeinen Bedauern aller Mitglieder aufgelöst. Stolze Erfolge der Schachspieler, weit über Forchheim und Franken hinaus, haben viele Jahre dem Vereinsnamen Ehre und Ansehen gebracht.

In der Saison 1994/1995 gelang der 1. Fußballmannschaft unter Trainer A. Seeberger als Meister der Wiederaufstieg in die B-Klasse. Doch leider war auch dieser Erfolg nur von kurzer Dauer und es kam wieder der direkte Abstieg in die C-Klasse.

Dem Verein fehlten die finanziellen Mittel neue Spieler zur Verstärkung für die B-Klasse zu verpflichten und so konnte der Abstieg nicht aufgehalten werden.

Ab der Saison 1998/99 begann die Talfahrt der Fußballabteilung.

10 Spieler verließen den Verein, dies führte zwangsläufig zu sehr großen Engpässen.

Kurt Baltrusch übernahm das Amt des Trainers. Mit einer Rumpfmannschaft musste er sich über Wasser halten. Getreu seinem Motto: „Die Ärmel hochkrempeln und versuchen mit aller Macht, Sonntag für Sonntag eine Mannschaft zusammenzubringen, egal, wie man abschneidet" ist es ihm zu verdanken, dass der Spielbetrieb nicht abgemeldet werden musste. Dies wäre zwangsläufig dem Vereinstod gleichgekommen.

1999 kam der Verein zu ungewolltem Fernsehruhm. Die Fußballmannschaft stand zwei Spielrunden lang ohne Punkte und einer Vielzahl von Gegentoren am Tabellenende.

Ein Kamerateam des Bayerischen Fernsehens war beim ATSV zu Gast und berichtete über die Misere. In dem Bericht wurden die Fußballer aber auch als „Fairste Mannschaft" bezeichnet, da sie als einzige ohne eine „Rote Karte" in der untersten Klasse spielten.

In der Saison 2001/2002 war ein kleiner Aufwind zu spüren, die Mannschaft lag im untersten Drittel der Tabelle.

Die Saison 2002/2003 schließt die Mannschaft zwar wieder mit dem Tabellenende ab, jedoch kann man für die Zukunft Hoffnung schöpfen.

Im Jubiläumsjahr stießen einige neue, vor allem junge Spieler zum Verein, welche sehr erfolgsversprechend sind. Der Trainer Kurt Baltrusch nennt sie „Die jungen Wilden" und verspricht sich für die neue Saison, mit einer kompakten Mannschaft, die langsam aufgebaut werden muss, einen mittleren Tabellenplatz.

Im Jahre 2002 konnte erfreulicherweise wieder eine E-3 Jugend gegründet werden. Diese verspricht ebenfalls Hoffnung für die Zukunft.

Trotz Höhen und Tiefen der letzten „Hundert Jahre" konnte der Verein durch Zusammenhalt und Kameradschaft der Mitglieder bestehen.

Wir wünschen dem Verein alles Gute und mehr sportliche Erfolge für die nächsten „Hundert Jahre"!

Die Vorstandschaft im Jahr 2003

Die Vorstandschaft

des ATSV Forchheim e.V.

im 100-jährigen Jubiläumsjahr

1. Vorsitzender Georg Zehner

2. Vorsitzender Stefan Gärtner

3. Vorsitzender Christian Seeger

Hauptkassier Oskar Baumann

Schriftführerin Petra Baltrusch

Beisitzer: Marco Sünderhaft

Dieter Seyschab

Andreas Reck

Bernhard Mehwald

Kassenrevisoren: Rosalinde Rotschka

Rudolf Hadwiger

Ehrenvorstand: Robert Grimm

Ehrenmitglieder: Otto Bretfeld

Franz Glass

Alfred Hintzen

Ernennung zu Ehrenmitgliedern anläßlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums:

Konrad Dittrich

Willi Hannweber

Georg Schütz